Versicherer verkauft meine Lebensversicherung

Seit einiger Zeit geht unter den Besitzern einer Lebensversicherung die Angst um, denn eine große Menge an alten Verträgen wurden einfach weiterverkauft. Und dies betrifft längst nicht nur die kleinen Unternehmen, auch viele bekannte Versicherungsgesellschaften sind davon betroffen. Damals wurde den Kunden noch eine lebenslange Verzinsung von bis zu vier Prozent zugesprochen, außerdem war die Überschussbeteiligung extrem attraktiv.

Zeiten ändern sich, so auch bei den Lebensversicherungen, so dass die Konditionen nicht mehr ganz so verlockend sind. Das liegt zum einen daran, dass die Gesellschaften dank der Niedrigzinspolitik in Europa nur noch schwer Zinsen erwirtschaften können.

Darüber hinaus ist aber auch eine hohe Summe notwendig, was das Eigenkapital der Versicherungsunternehmen angeht. Gerade die kleinen Anbieter konnten den Bereich mit den Lebensversicherungen nicht mehr halten und waren quasi zum Verkauf gezwungen. Es tauchen immer mehr Investoren auf, die bereit sind, die Kontingent der großen Versicherungsunternehmen aufzukaufen.

Kunden befürchten Nachteile

Für die großen Unternehmen sind die älteren Verträge ein Ballast, doch auch die Gesellschaften, welche diese übernehmen möchten daraus Profit schlagen. Sie haben den großen Vorteil, dass ihnen innovative IT-Lösungen zur Verfügung stehen, so dass der Verwaltungsaufwand nicht so hoch ist und sich die Ausgaben auch im Rahmen halten.

Selbstverständlich sollen aber auch die Kunden von dieser Kostenersparnis profitieren. Deshalb sind Ängste auf den Seiten der Verbraucher eigentlich unbegründet, zumal die Finanzaufsicht auch ein Auge auf diese Vorgänge hat. Das sollte Verbrauchern ein gutes Gefühl geben, dass sie durch die Übernahme keine Nachteile haben. Auch nach dem Verkauf müssen die Vertragskonditionen eingehalten werden. Das bedeutet sowohl die Überschussbeteiligungen als auch die versprochenen Garantien müssen ausbezahlt werden.

Für Verbraucher sollte kein Risiko bestehen

Die Transaktionen gehen nicht ohne die Überwachung der BAFIN über die Bühne, somit ist ein gewisser Schutz für die Kunden garantiert. Aus diesem Grund sollten ihnen auch keine nennenswerten Nachteile entstehen. Das ist allerdings die Theorie, wie es später in der Praxis aussehen wird, kann nicht zu 100 Prozent vorhergesagt werden. Zwar müssen die Zinsen komplett ausbezahlt werden, die Höhe der Überschussbeteiligung ist jedoch nicht gewiss und könnte am Ende viel geringer sein.

Die einzelnen Gesellschaften müssen Rendite erwirtschaften, so dass nicht absehbar ist, wie hoch diese am Ende tatsächlich sein werden, hier kann es unter Umständen große Schwankungen geben. Wie es mit dem Service künftig aussehen wird, ist natürlich auch nicht vorhersehbar, eventuell müssen Nachteile in Form von einem größeren Zeitaufwand in Kauf genommen werden. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn man fortan Versicherungen bei verschiedenen Gesellschaften laufen hat.

Es wäre aber auch denkbar, dass die Überschussbeteiligung sogar höher ausfällt. Die Käufer sind normalerweise erfahren auf dem Gebiet der Lebensversicherungen und haben genug Strategien, um Kosten effektiv zu senken.

Nach der Übernahme haben Verbraucher verschiedene Möglichkeiten

Sobald die alte Lebensversicherung an eine neue Gesellschaft übergegangen ist, haben Kunden mehrere Möglichkeiten, wie sie damit umgehen. In der Regel läuft der Vertrag wie bisher weiter, Verbraucher haben auch überhaupt keinen Grund zur Eile. Zunächst einmal sollte man einige Zeit abwarten, wie die Entwicklung der Rendite voran schreitet. Kunden haben aber auch das Recht, vorerst nichts mehr einzubehalten, in diesem Fall ruht der Vertrag vorübergehend.

Die letzte Möglichkeit ist die ordnungsgemäße Kündigung des Vertrags, allerdings ist dies meistens mit finanziellen Einbußen verbunden. Finanziell kommt man mit einem Widerruf besser weg, diesen kann man durchführen, falls der neue Anbieter es versäumt hat, darauf hinzuweisen. Eventuell ist es auch günstiger gegenüber einer Kündigung, wenn der Verbraucher seine Lebensversicherung verkauft.

Bevor man sich für eine dieser möglichen Varianten entscheidet, sollten alle relevanten Punkte berücksichtigt und verglichen werden. Falls sich Kunden unsicher sind, können sie auch eine Beratung bei der zuständigen Verbraucherzentrale in Anspruch nehmen.

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