Zinsen in der Lebensversicherung

zinsen_in_der_lebensversicherungDer Rechnungszins wird im Zusammenhang mit der Lebensversicherung oft erwähnt. Was ist das aber eigentlich ?

Es gibt in der Lebensversicherung verschiedene Kalkulationsgrundlagen. Neben den Sterbewahrscheinlichkeiten und verschiedenen individuellen Zuschlägen für gesundheitlichen Risiken spielt der Rechnungszins eine große Rolle für die Berechnung der Leistungen einer Lebensversicherung.

In Tests von Lebensversicherungen, aber auch im Vergleich von privaten Krankenversicherungen ist der insgesamt erwirtschaftete Zins eine gute Grundlage, um Versicherungsprodukte miteinander zu vergleichen. Der Rechnungszins in der Krankenversicherung beträgt aktuell 3,5 %, wurde jedoch von den meisten Krankenversicherern Ende 2012 bereits auf 2,75 % abgesenkt. In der Lebensversicherung beläuft sich dieser seit dem 01.01.2015 auf 1,25 %

Der Höchstrechnungszins, welcher oft auch als Garantiezins bezeichnet wird, wird vom Bundesfinanzministerium festgelegt, und bezeichnet den Zinssatz, den Versicherer maximal für Kalkulationen anwenden dürfen. Zum 01.01.2017 wird dieser auf 0,9 % festgelegt.

Der Rechnungszins ist Teil der Kalkulationsgrundlage, wenn es um die Berechnung von Ablaufleistungen geht. Die erwirtschafteten Gewinne einer Lebensversicherung oder Krankenversicherung setzen sich aus dem garantierten Teil, und dem darüber hinausgehenden Ertrag.

Anpassung von Zinssätzen

Sollte festgestellt werden, dass die bisher verwendeten Rechnungsgrundlagen nicht ausreichend sind, also der Versicherer zu wenig Geld erwirtschaftet hat, dann können die Rechnungsgrundlagen geändert werden. Allerdings gilt das nur für bestimmte Bereiche wie zum Beispiel Kostensätze. Eine Nachträgliche Änderung der Beiträge ist zumindest in der Lebensversicherung nicht zulässig, da die Beiträge im privatrechtlichen Vertrag garantiert sind.

In der privaten Krankenversicherung sind Beitragsanpassungen hingegen vorgeschrieben, wenn bestimmte Umstände eintreten. Steigen also die Kosten im Gesundheitswesen oder ändern sich andere Rechnungsgrundlagen wie z.B. die Sterbewahrscheinlichkeiten, dann kann in der Krankenversicherung nicht einfach die Leistung gekürzt werden, sondern es werden die Beiträge so weit angehoben, dass die Kostenkalkulation wieder passt.

Das würde aber in der Lebensversicherung so niemals stattfinden können.

Durch die Festlegung, dass in Altersvorsorge der Rechnungszins gilt, welcher einem Vertrag bei Abschluss zu Grunde gelegt wurde, sind in den vergangenen Jahren einige Lebensversicherer in echte Schieflage geraten. Es gab einmal eine Zeit, als 4 % noch garantiert werden mussten. Und damals haben viele Leute diese Verträge abgeschlossen. Heute ist es aber kaum noch möglich, 4 % mit sicheren Kapitalanlagen zu erwirtschaften.

Mehr Informationen über Rechnungsgrundlagen erhalten Sie auf der Wikipedia-Seite.

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